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thema: Mathematische Substanz |
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Berlin, 24.05.2007 von Georg Wenzel |
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Ich könnte Ihnen Bilder zeigen, die mathematische Substanz haben, die in Verbindung mit korrekten, innerhalb der Mathematik höchst ästhetischen Arbeiten stehen, und ich könnte Ihnen Bilder zeigen, die einfach aus dem Antrieb heraus entstanden sind, mit diesen mathematischen Formeln nun noch weitere Bilder zu machen. Ich könnte Ihnen diese Bilder in großer Zahl geben und Sie bitten, die Bilder nach ästhetischen Gesichtspunkten zu sortieren. Sie würden wahrscheinlich eine überraschende Korrelation zwischen denjenigen Bildern finden, die eine ganz unbedingte Ästhetik haben, und den mathematischen Hintergründen, die ihrerseits eine ganz starke Ästhetik haben. Diese könnten Sie von jenen Bildern unterscheiden, die im Spiel entstanden und mathematisch leer sind. Hier gibt es also einen geheimnisvollen Gleichklang zwischen mathematisch-intellektueller Verwickeltheit, Ästhetik, Balance, Ausgeglichenheit und Proportioniertheit und dem, was sich in den entsprechenden Bildern äußert. Einer der Gründe, warum ich so früh und so intensiv in diese Bildergeschichte hineingekommen bin, hat mit diesem Gefühl zu tun gehabt, daß das nicht nur schöne Bilder sind, sondern daß hinter ihnen eine ebenso schöne mathematische Welt steckt. Das hat sich auch vielen Leuten durch unsere Publikationen mitgeteilt. Deshalb bin ich sehr traurig über manche bittere Reaktion mitunter auch aus Mathematikerkreisen, die diese Komponente völlig unterschätzt, weil man glaubt, daß Bilder völlig ungeeignet dafür seien, das darzustellen, was in der Mathematik wirklich passiert. Dem könnte ich ja noch zustimmen, dennoch läßt sich auch für Laien über diese Bilder etwas vermitteln. Zum Thema: Silke Schatz
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Berlin, 25.05.2007 von Bernhard Freihaus |
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Haben Sie denn eine intuitive Ahnung, was denn nun die Eigenschaften dieser mathematischen Schönheit sind, weswegen Mathematiker vielleicht bestimmte Lösungen bevorzugen? Gibt es dafür Kriterien? Zum Thema: Marc Adrian
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Berlin, 27.05.2007 |
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Es gibt solche Kriterien, denn wir müssen ja sehr oft mathematische Arbeiten beurteilen. Wenn jemand eine mathematische Arbeit publizieren will, dann schickt er sie an eine mathematische Zeitschrift, und dann müssen irgendwelche Mathematker, z.B. ich, diese Arbeit lesen und sagen, diese Arbeit verdient, veröffentlicht zu werden, weil sie neue, interessante Mathematik enthält. Zum Thema: Kurt Kren
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Berlin, 28.05.2007 von Manfred Bach |
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Das muß ich dann im Verhältnis zu den eben besprochenen Fragen nach der mathematischen Qualität machen. Ich bedaure, daß die Mathematik als wissenschaftliche Gemeinschaft doch nach meinem Geschmack ein bißchen wenig über diese Kriterien diskutiert. Man verläßt sich immer darauf, daß ein sogenannter guter Mathematiker auch in der Lage ist, ein fundiertes Urteil abzugeben. Das mag sehr oft der Fall sein, aber ich würde doch gerne hinterfragen wollen, was denn die Kriterien dafür sind. Ich würde gerne eine Diskussion zwischen Mathematikern über ihre Wissenschaft sehen, die sich nicht nur in der Darstellung der Ergebnisse erschöpft, sondern auch über die Fundamente, die Perspektiven, die Notwendigkeit der Anwendung, die Bedürfnisse der Lehre und der Darstellung spricht. Dabei müßte auch die Frage diskutiert werden, was eigentlich mathematische Ästhetik oder mathematische Qualität bedeutet. Hier gibt es einen großen Mangel, weil das so gut wie nicht stattfindet. Ich mache diesen Mangel für die völlig desolate Ausbildungssituation der Mathematik an der Schule verantwortlich, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die große Mehrzahl der j ungen Men sehen von der Mathematik ein Bild mitnimmt, das sehr grau, mit Konflikten und Ängsten behaftet ist. Das bleibt bei den meisten dann ein ganzes Leben haften und verstellt berufliche Möglichkeiten eines naturwissenschaftlichen oder technischen Studiums, aber überhaupt Möglichkeiten, über komplexe Zusammenhänge in allen möglichen Bereichen ein bißchen anders nachzudenken. Ich will hier gar nicht die Mathematik als diejenige Wissenschaft darstellen, die überall das Richtige wäre, aber sie bietet eben doch oft klärende Alternativen an, die sonst nicht zur Geltung kommen. Diese Chance wird durch die desolate Lage in der Schule immer stärker verbaut. Das aber hat viel mit dem Unvermögen der Mathematiker zu tun, über ihre eigene Wissenschaft so zu sprechen, zu diskutieren und zu streiten, daß es für "Außermathematische" Sinn macht zuzuhören. Zum Thema: Bill Jacklin
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"Mathematische Substanz" |
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