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Der Kunstaspekt |
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Berlin, 09.07.2007 von Gerald Weber |
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Die Form ästhetischer Begründung, welche auf das Problem der Komplexitätsreduktion Bezug nimmt, ist außerordentlich interessant. Ich selbst habe hierzu vor einiger Zeit einen Ansatz entwickelt, der sich auf den Aspekt des Naturschönen bezieht. Und zwar zeigt die genauere Analyse, daß das Naturschöne, sofern es sich überhaupt in geeigneter Weise objektivieren läßt, viel-fältige Wurzeln haben kann. Dies ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, daß dem Naturschönen ganz unterschiedliche Formen von materieller Komplexität zugrunde liegen, die sich nicht ohne weiteres vereinheitlichen lassen. So scheint das Naturschöne in Verbindung mit der strukturellen Komplexität auf den Formgehalt und das Naturschöne in Verbindung mit der funktionalen Komplexität auf den Sinngehalt natürlicher Objekte und Wirkungsgefüge zurückzuweisen. Neuere naturwissenschaftliche Erkenntnisse über das Wesen der natürlichen Komplexität geben zu der Vermutung Anlaß, daß die Wahrnehmung des Schönen in der Natur Ausdruck eines impliziten Wissens ist, das uns zur Wahrnehmung des Gesetzmäßigen im Komplexen und damit zur Komplexitätsreduktion befähigt. Aber mit dieser Deutung allein kann man den Begriff des Ästhetischen natürlich bei weitem nicht ausschöpfen. Zum Thema: Jackson Pollock
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Berlin, 12.07.2007 von Maria Trosste |
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Reduktion von Komplexem etwa auf einen Algorithmus heißt doch auch, daß es aus dieser komprimierten Formel wieder rekonstruiert werden kann. Wirklich komplex aber wäre wohl erst das, was sich nicht komprimieren läßt? Thema link:
Robert Ryman
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Berlin, 09.07.2007 von Gerald Weber |
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Ja, das ist eine mathematische Definition von Komplexität, die sich als sehr fruchtbar erwiesen hat. Eine Menge von Daten, mit denen sich ein Materiesystem beschreiben läßt, bezeichnet man genau dann als komplex, wenn die Datenmenge nicht wesentlich komprimierbar ist. Das gilt auch in einem informationstheoretischen Sinn. Wenn man ein Computerprogramm, das 1000 Bits umfaßt, auf einen einfachen Algorithmus von 10 Bits reduzieren kann, dann hat es sich offenbar um ein Programm von geringer Komplexität gehandelt. Das ursprüngliche Programm war dann nicht wirklich komplex, sondern eben nur kompliziert. Link Zum Thema: Dan Flavin
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Berlin, 12.07.2007 von Maria Trosste |
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Wenn man einmal davon ausgeht, daß es selbstorganisierende Systeme auf allen Ebenen des Universums gibt und daß kleine Manipulationen der Randbedingungen mitunter zu großen Veränderungen führen können, könnte man sich dann vorstellen, daß man gezielt Systeme wie eine Gesellschaft durch kleine Impulse in eine bestimmte Dynamik versetzen kann, oder lassen sich lediglich etwaige Attraktoren auf dem Computer simulieren, ohne letztlich gezielt einen Eingriff vornehmen zu können ? Ist unser Leben, einmal ganz allgemein von der Chaosforschung her gesehen, also immer riskant und im Prinzip nicht planbar? Zum Thema: Wols
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Berlin, 13.07.2007 von Gerald Weber |
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Die merkwürdige Symbiose von
Gesetzmäßigem und Einzigartigem,
von Allgemeinem und Individuellem
bezeichnet man in der Physik als
deterministisches Chaos. |
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Berlin, 14.07.2007 von Maria Trosste |
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Darf ich diese sehr allgemeine Frage auf ein noch abstrakteres Niveau heben, um sie dadurch vielleicht transparenter zu machen? Wenn Sie beispielsweise wissen wollen, ob sich die komplexen gesellschaftlichen Bedingungen unserer Existenz mit dem Konzept der Chaosforschung berechnen lassen, so fragen Sie doch letztlich, ob sich hinter der Theorie des Chaos eine Theorie historischer Prozesse verbirgt. Oder anders gefragt: Kann man den Bereich einzigartiger und nicht wiederholbarer Phänomene überhaupt mit allgemeinen Gesetzmäßigkeiten erfassen? Künstlerlink: Yves Klein
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Berlin, 14.07.2007 von Gerald Weber |
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Hier stellen wir nun im Rahmen der Chaosforschung etwas sehr Bemerkens-
wertes fest. Das Einzigartige und historisch Besondere muß nicht unbedingt im Gegensatz zum Universellen und Reproduzierbaren stehen. Im Gegenteil, allgemeine Gesetze können geradezu die Quelle für Individualität und Einzigartigkeit sein. Demnach kann es Prozesse geben, die, obgleich sie von universellen Gesetzen gesteuert werden, ebenso einzigartig verlaufen wie die menschliche Geschichte. Aber selbst wenn wir diese Gesetze im einzelnen kennen würden, ließe sich, im Gegensatz zu den herkömmlichen Naturgesetzen, so gut wie nichts mit ihnen vorausberechnen. Diese merkwürdige Symbiose von Gesetzmäßigem und Einzigartigem, von Allgemeinem und Individuellem bezeichnet man in der Physik als deterministisches Chaos. Zum Thema: Gilbert & George
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"Der Kunstaspekt" |
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