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Aussage der Chaostheorie |
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Berlin, 24.06.2007 von Brigitte von Domarsheim |
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Eine elementare Aussage der Chaostheorie geht dahin, daß kleine Ursachen mitunter große Auswirkungen haben können, daß kleinste Veränderungen auf der Mikroebene zu ganz neuen Phänomenen auf der Makroebene führen können. Viele sprechen in diesem Zusammenhang von der Kreativität der Natur. Wenn man heute eine Darstellung über neuere naturwissenschaftliche Einsichten liest, so stößt man immer auf eine fast inflationäre Verwendung der Worte kreativ oder schöpferisch oder auf die Behauptung, die Natur verfahre wie ein Künstler. Ist denn diese Analogie zutreffend, denn die natürlichen Mechanismen der Innovation oder Mutation sind doch blind?
Zum Thema: Gloria Friedmann
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Die Biologie muß vom Konzept der Information als einer absoluten Größe
ebenso Abschied nehmen, wie die Physik die Vorstellung vom absoluten
Raum und der absoluten Zeit aufgeben mußte. |
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Berlin, 23.06.2007 von Nele Maisch |
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Ich möchte Ihnen zunächst einmal den Ball zurückspielen und fragen: Was ist überhaupt Kreativität? Man kann doch wohl auf Ihre Frage nur für den Fall eine vernünftige Antwort geben, daß man über eine universelle Theorie der Kreativität verfügt. Eine solche Theorie gibt es aber noch nicht. Dennoch möchte ich einmal versuchen, für den Begriff der Kreativität eine halbwegs brauchbare Definition zu geben. Beispielsweise könnte man ein System, etwa eine informationserzeugende Maschine, als kreativ bezeichnen, wenn die Komplexitat des Systems selbsttätig zunimmt, d.h., wenn von dem System wenigstens ein Bit Information mehr erzeugt wird, als in dem System als "input" bereits enthalten ist. Zum Thema: Fritz Winter
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Berlin, 24.06.2007 |
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Mittels einfacher logischer Überlegungen läßt sich dann zeigen, daß es keine Maschine geben kann, die in diesem Sinn als kreativ zu bezeichnen wäre. Schwieriger zu beantworten ist dagegen die Frage, ob ganz allgemein die Evolution als informationserzeugender Prozeß kreativ ist. Nun gibt es aber Information immer nur relativ in bezug auf eine andere Information, weil jede Form von Information kontextabhängig ist. Die Evolutionstheoretiker verlegen diesen Referenzrahmen in die Umwelt, die in der selektiven Wechselwirkung mit dem genetischen Material eines Lebewesens die eigentliche Quelle der Informationserzeugung ist.
Künstlerverweis zum Thema: Blinky Palermo
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Berlin, 24.06.2007 |
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Eines der großen, noch ungelösten Probleme der Biologie: Was treibt die Evolution dazu, immer komplexere Systeme hervorzubringen? |
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Berlin, 25.06.2007 |
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Nur wenn man von einer solchen präexistenten, externen Quelle der Information ausgeht, läßt sich das Phänomen der biologi sehen Informationsentstehung nach den Mechanismen Darwinscher Evolution, das heißt als Ergebnis von Mutation und Selektion, verstehen. Die Frage, wie denn nun dieser informationstragende Kontext entstanden ist, führt aber zwangsläufig in einen unendlichen Regreß und läßt zugleich die Frage nach der Kreativität der Evolution in grundsätzlicher Weise offen. Dies bedeutet, daß die Biologie vom Konzept der Information als einer absoluten Größe ebenso Abschied nehmen muß, wie die Physik die Vorstellung vom absoluten Raum und der absoluten Zeit aufgeben mußte. Link zum Thema: Olafur Eliasson
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"Aussage der Chaostheorie " |
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