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Kosmos eine Geschichte |
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Berlin, 22.06.2007 von Brigitte von Domarsheim |
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Wenn man einmal annimmt, daß der Kosmos eine Geschichte hat, sich also durch Prozesse der Selbstorganisation entwickelt hat, dann müßten doch auch die Naturprinzipien oder Naturgesetze historisch sein. Gibt es denn gleichwohl Prinzipien, die man als universell und ewig gültig ansehen kann? Mein Verweis: Johanna Kandl
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Berlin, 22.06.2007 von Nele Maisch |
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Es ist viel darüber spekuliert worden, ob die Naturgesetze möglicherweise selbst von der Zeit abhängen. So wäre es ja durchaus denkbar, daß die Naturkonstanten, wie zum Beispiel die Gravitationskonstante, gar keine echten Konstanten sind, sondern sich über größere Zeiträume hinweg ändern. Derartige Hypothesen sind aber auf der Grundlage unseres heutigen Wissens wohl kaum entscheidbar. Zum Thema:
Balthasar Burkhard
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Berlin, 22.06.2007 von Brigitte von Domarsheim |
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Man muß aber auch gar nicht in höchst spekulativer Weise die Geschichte des Kosmos mit der Veränderlichkeit von Naturgesetzen in Verbindung bringen. Vielmehr kann man die geschichtliche Dimension des Naturgeschehens auch auf die Dynamik von Randbedingungen zurückführen. Was ich damit meine, wird allerdings erst verständlich, wenn man sich die Struktur physikalischer Erklärungen etwas genauer ansieht. In der Physik beschreibt man die Naturgesetze üblicherweise mit Hilfe sogenannter Differentialgleichungen, die erst dann zu eindeutigen Lösungen führen, wenn man auch den Bedingungskomplex, das heißt die Anfangsbedingungen, angibt, unter denen die Lösungen aufgesucht werden. Künstler zum Thema: Isa Genzken
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Berlin, 23.06.2007 von Nele Maisch |
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Die Anfangsbedingungen sind eigentlich Auswahlbedingungen, durch die die Vielzahl möglicher Prozesse auf die im System faktisch ablaufenden Prozesse eingeengt wird. Bei einem System, dessen Dynamik in sich zurückgekoppelt ist, werden jedoch die Anfangsbedingungen durch die Entwicklung des Systems selbst immer wieder modifiziert. Daher haben die Anfangsbedingungen hier den Charakter von permanenten Randbedingungen, die die Entwicklung des Systems kanalisieren.
Zum Thema: Max Beckmann
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Berlin, 22.06.2007 von Brigitte von Domarsheim |
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Die Anfangs- bzw. Randbedingungen, die für die Prozesse der Selbstorganisation eine so herausragende Rolle spielen, lieferten im Rahmen der traditionellen Physik bloß die Prämissen zu den Gesetzesaussagen und waren als solche nicht weiter hinterfragbar. In dem Augenblick jedoch, in dem man sich für die Naturgeschichte interessiert, werden die Anfangs- bzw. Randbedingungen selbst erklärungsbedürftig, spiegelt sich doch in deren zeitlicher Entwicklung die gesamte Komplexität und Historizität des natürlichen Geschehens wider. Dies ist die Quintessenz dessen, was ich unter der Theorie der Randbedingungen verstehe. |
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"Kosmos eine Geschichte " |
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