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  Berlin, 14.06.2007 von Nele Maisch  
     
  Heute scheinen sich die herkömmlichen universitären Disziplinen zu entgrenzen und immer mehr ineinanderzugreifen. Biophysikalische Chemie vereint so beispielsweise schon drei Disziplinen. Was untersucht man denn in der biophysikalischen Chemie? Und würden Sie denn auch sagen, daß die Grenzen zwischen den Disziplinen angesichts der heutigen Fragestellungen immer mehr verschwinden?
Zum Thema: Haim Steinbach / Künstler
 
     
  Berlin, 14.06.2007 von Brigitte von Domarsheim  
     
  In der Tat ist es in den letzten Jahren in den Wissen­schaften zu einer erheblichen Entgrenzung und Überlagerung der Disziplinen gekommen. Dies ist eine Beobachtung, die zumindest auf den Bereich der Naturwissenschaften zutrifft. Aber auch die Geisteswissenschaften scheinen von dieser Entwicklung erfaßt zu werden. Der Trend zur interdisziplinären und transdisziplinären Forschung wurde nicht zuletzt dadurch aus­gelöst, daß sich die Wissenschaften, allen voran die Physik, in verstärktem Maße mit den Phänomenen der Komplexität befaßt haben. Nun zählen zu den komple­xen Phänomenen insbesondere die Lebenserscheinungen. Daher kommt auch der modernen Biologie, die in Form der biophysikalischen Chemie bereits alle drei naturwissenschaftlichen Grunddisziplinen vereint, in der Annäherung zwischen den Wissenschaften eine Schlüsselrolle zu. Drei große Themenkomplexe stehen dabei im Zentrum der biologischen Grundlagenfor­schung: die Lebensentstehung, die Mechanismen der Struktur- und Gestaltbildung und die Funktionsweise des Gehirns.
Thema Künstlerverweis: Cy Twombly
 
     
  Berlin, 15.06.2007 von Nele Maisch  
     
  In der Hirnforschung müssen eigentlich alle Disziplinen von der Psychologie bis hin zur Physik integriert werden. Diskutiert wurde ja lange, oh denn etwa der Ansatz der Physik überhaupt in das Phänomen des Lebens hineinreichen könne, ob also zwischen Physik und Biologie eine unüberschreitbare Kluftbestehe. Nun scheint es aber heute so zu sein, daß der Unterschied zwischen belebter und unbelebter Natur eher im Sinne einer Kontinuität ansteigender Komplexität angesehen wird. mehr unter: Josef Albers
 
     
  Berlin, 15.06.2007 von Brigitte von Domarsheim  
     
  Nach allem, was wir bisher wissen, scheint der Übergang von der unbelebten zur belebten Materie tatsächlich in dem von Ihnen angesprochenen Sinn fließend zu sein. Dieser Sachverhalt versetzt uns ja überhaupt erst in die Lage, mit physikalischen oder chemischen Methoden das Problem der Lebensentstehung oder das der Funktionsweise des Gehirns in Angriff zu nehmen und auf physikalische bzw. chemische Fragen zu reduzieren. Man darf aber im Hinblick auf den häufig kritisierten Reduktionismus in der Biologie nicht vergessen, daß die Physik und die Biologie keine starren, festumrissenen Disziplinen sind, sondern daß diese sich wechselseitig befruchten und dadurch auch verändern. Wenn man also die kritische Frage stellt, ob der lebende Orga­nismus nichts anderes sei als eine komplexe physikalische Struktur, dann hängt die Antwort ganz wesentlich davon ab, welches Bild von der Physik denn dieser Frage zugrunde liegt. Hier kommt nun ein Aspekt ins Spiel, der über seine engere Bedeutung für die Physik hinaus ganz allgemein für das Problem der Einheit der Wissenschaften von großer Relevanz zu sein scheint. Künstlerverweis:
Vito Acconci

 
     
  Berlin, 16.06.2007 von Nele Maisch  
     
  In den Strukturwissenschaften manifestiert sich die Einheit der Wissenschaften, die moderne Biologie wird zum Modellfall für die Annäherung von Natur- und Geisteswissenschaften.  
     
     
     
     
  "Erotik und Kunst"  
 




 
 

 
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