| |
 |
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
Biennale Berlin |
|
| |
|
|
| |
Berlin, 04.06.2007 von Michael Leimen |
|
| |
|
|
| |
Ein wesentlicher und meines Erachtens im Hinblick auf die Biennale von Berlin sehr wichtiger Gesichtspunkt ist folgender: "Magiciens" brachte Kunstschaffende zusammen, die nicht nur an verschiedenen Orten der Welt, sondern auch in einem jeweils anderen kulturellen, religiösen, soziologischen und ästhetischen Kontext arbeiten, ohne daß diese Unterschiede artikuliert wurden. Die Organisatoren wählten aus einer anthropologischen Kategorie volkstümliche, schamanistische, populäre und Dorfkünstler aus und wähnten dabei das benachteiligende und hierarchische Klassifizierungssystem des Westens einer Korrektur zu unterziehen. Mit Namen und Herkunftsland auf einem einfachen Etikett vermeinten sie mit sämtlichen Kunstschaffenden global so umzugehen wie mit dem westlichen professionellen Künstler. Die Ironie daran war, daß dies schließlich zu einer Neutralisierung beider Gruppen von Arbeiten, beider Formen der "Magie" führte. Die besonderen kollektiven Umstände, unter denen Volkskunst entsteht, wurden außer acht gelassen; und der individuelle Kampf vieler professioneller Künstler gegen die Hintertreibung und Verwässerung ihrer Einsichten seitens der Institutionen blieb verborgen. In Havanna findet die einzige Biennale statt, auf der neben "professioneller" oder "akademischer" Kunst auch "populäre" Kunst gezeigt wird, in Kuba mithin mehr unter dem Gesichtspunkt der marxistischen Ästhetik, auf die ich gleich noch zurückkommen möchte. Künstlerverweis: Gerwald Rockenschaub
|
|
| |
|
|
| |
Biennalen Berlin - Biennale Havanna - Berlin berlin biennale
Berlin Gagosian Gallery Berlin
|
|
| |
|
|
| |
Berlin, 04.06.2007 von Simone Freising |
|
| |
|
|
| |
Kassel:
Sehnsucht nach dem Anderen
Die Einbeziehung asiatischer, afrikanischer und lateinamerikanischer Künstler auf der Documenta läßt sich auf viele Arten interpretieren: als Anerkennung und Huldigung der Kraft dieser Kunst und Eingeständnis der engstirnigen Sichtweise früherer Documentas, als Bedarf des westlichen Kunstmarktes nach Neuem, als Sehnsucht Europas nach Anderssein und nach verlorengegangenen Erfahrungen, als Zusammenwerfen jeglicher Formen von " Außenseitertum" im Sinne einer Metapher für den Künstler schlechthin und so weiter. Welches auch immer die Motive sein mögen, aufgrund der derzeitigen Kluft zwischen Zentrum und Peripherie, die aus irgendeinem Grunde nicht wahrgenommen oder zur Geltung gebracht werden kann, selbst wenn sie im oder durch das Werk selbst zum Ausdruck kommt, ergeben sich unüberbrückbare Zwiespälte. Hier mein Verweis - Link: Pierre Alechinsky
|
|
| |
|
|
| |
Berlin, 05.06.2007 |
|
| |
|
|
| |
Die Realität der Machtverhältnisse bringt es mit sich, daß die dem Künstler der Dritten Welt gebotenen zwei Alternativen für ihn auf ein und dasselbe hinauslaufen: Er wird entweder unmittelbar mit dem Kontinent, Land oder Volk seiner Herkunft identifiziert und somit im Vergleich zu Künstlern aus den Industrieländern herabgesetzt, oder man betrachtet ihn losgelöst von seiner Basis, von der "Realität des Alltags in diesem Land und ihrem Einfluß auf die Kunst, die wir zu sehen bekommen".5 Mit der Aufzählung all der infrastrukturellen Probleme eines Künstlerdaseins in Lateinamerika etwa würde man in Europa lediglich eine "primitivistische" Nostalgie hervorrufen. Ganz interessant:
Robert Indiana im Forum für Kultur. Außerdem Wassily Kandinsky
|
|
| |
|
|
| |
Berlin, 05.06.2007 |
|
| |
|
|
| |
Havanna:
Resultat eines Dialogs
Dinge, die man in Europa nur schwer fassen kann, sind in Kuba allgegenwärtig. Niemand wundert sich darüber, daß ein Architekt, der auf der Konferenz sprechen sollte, von Puerto Rico nach Havanna länger unterwegs war, als er von Europa aus gebraucht hätte.
Im Grunde, weil solche Reisen - von Menschen und Informationen - sich so schwierig gestalten, ist die Bienal de la Habana zu einem neuartigen Fomm im Bereich der Kunst geworden. Und auf diesem Forum ist die Dritte Welt keine exotische Kategorie; hier muß keine Rücksicht auf das Zentrum mit seinen Märkten und Institutionen genommen werden, seine Basis ist die gemeinsame Erfahrung des Kolonialismus, und es steht als "transperiphere" Ausstellung gegenwärtig Künstlern aus Asien, Afrika, Lateinamerika, der Karibik und dem Nahen Osten sowie "ethnischen Minderheiten" in den Industrieländern offen.
Schlagwörter, dualistische Rhetorik oder "politische Erläuterungen" sind indes auf der Bienal kaum festzustellen. Sie ist komplex gestaltet und entspricht keineswegs den Erwartungen eines im Norden oder Süden entstandenen "Dritte-Welt-Ismus". Ein Urteil zu fällen ist nicht leicht. Man kann allenfalls einen persönlichen Eindruck von den Vorgängen wiedergeben, die da abzulaufen scheinen. |
|
| |
|
|
| |
Berlin, 06.06.2007 |
|
| |
|
|
| |
So wie es gegenwärtig aussieht, ist die Bienal nach wie vor nach dem traditionellen Muster der Monsterschau und Anhäufung von Menschen und Produkten gestrickt, wie es für die meisten internationalen Festivals, Messen und Sportereignisse typisch ist und wie man es während eines einzigen Besuchs kaum verarbeiten kann (es ist so, als wollte man in einer Woche 150 Bücher lesen, wie irgendjemand treffend bemerkte). Die Biennale von Havanna nahm ihren Anfang als Präsentation lateinamerikanischer Kunst.
Mittlerweile ist sie zwar global ausgerichtet, doch stellen nach wie vor die lateinamerikanischen Künstler zwei Drittel der Gesamtheit. Höchstwahrscheinlich müssen die für die Auswahl der Künstler Zuständigen bei ihrer Arbeit viel improvisieren angesichts ständig wechselnder Variablen wie geographischer Entfernungen, Kosten und Logistik im Transportbereich, Informationsfluß, der Kontakte mit Kuratoren sowie Vorzüge oder Nachteile staatlicher Beteiligung in den jeweiligen Ländern.
Mit anderen Worten, nicht nur geographische Entfernungen und logistische Probleme sind verantwortlich dafür, ob ein Land stärker oder schwächer vertreten ist. Die Gründe können auch in der Natur der kuratorischen Kontakte in dem betreffenden Land liegen.
Manche Länder der Dritten Welt wählen ihre Künstler für Havanna in dem gleichen bürokratischen Geist der Mittelmäßigkeit aus wie für Venedig oder Säo Paulo.
Lee Friedlander zum Thema.
|
|
| |
|
|
| |
Berlin, 07.06.2007 |
|
| |
|
|
| |
Man hat allerdings den Eindruck, daß der wahre Charakter der Bienal de La Habana Resultat einer Auseinandersetzung bzw. eines Dialogs ist zwischen gegebenen sowohl politischen als auch ästhetischen Vorbildern und der einleitenden entweihenden und scharfsinnigen Infragestellung der neueren kubanischen Kunst.
Im Umkreis der eigentlichen Bienal sind in anderen Stadtteilen Ausstellungen junger Künstler aus allen Teilen des Landes zu sehen.
Ihre Arbeiten zeugen von unerschöpflicher Lebendigkeit und Einfallsreichtum in der Verwendung jeglicher Materialien, die aufzutreiben sind. Viele sind gesellschafts- und kulturkritisch ausgerichtet und nehmen in humorvoller Weise Bezug auf alle möglichen idees regues und transnationalen Zusammenhänge. Hierzu vielleicht:Sol LeWitt was
irgendwie naheliegend wäre! |
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
|
|
| |
"Biennale Berlin" |
|
| |
|
|
| |
|
|
|